Liebe Dani,
mach dich nicht kleiner als du bist! Ich kann gut verstehen, dass die negativen Aspekte dich erstmal umhauen aber ich kann dir nur sagen, bei diesem Beruf ist Ausdauer und Herzblut gefragt. Solltest du das wirklich wollen, dann ist es durchaus machbar, natürlich muss man einiges dafür tun aber es geht sehr vielen genauso wie dir

Auch ich hätte bis vor einem halben Jahr nie gedacht, dass ich das schaffen werde und jetzt steh ich kurz vorm Ausbildungsbeginn.
Wegen des Praktikums brauchst du dir überhaupt keine Gedanken zu machen schlechter dazustehen als andere. In der Regel startet ja jeder unwissend in ein Praktikum, deshalb macht man es ja! Niemand verlangt von dir irgendwelche Vorkenntnisse, nur Engagement und Interesse. Je mehr man davon zeigt, desto mehr darf man im Praktikum meist auch machen. In deiner Region kenn ich mich leider nicht aus, ich komme aus Berlin. Daher weiß ich nicht, wo man gute Chancen hat ein Praktikum zu machen. Am besten ist, du informierst dich nach Entbindungskliniken in deinem Umfeld oder freiberuflichen Hebammen. Dort rufst du einfach an und schickst eine Bewerbung hin. Hattest du nach deiner letzten Entbindung eine nachbetreuende Hebamme? Wenn ja, kannst du diese ja vielleicht auch mal ansprechen.
Ansonsten gibt es ja auch noch ähnliche Berufe, die der Hebammenarbeit in mancher Hinsicht nahe kommen. Zum Beispiel Kinderkrankenschwester. Da gibt es auch mehrere Kliniken, die ausbilden.
Wenn du Hebamme werden willst, muss dir vorher klar sein, dass du später oft auf Abruf stehst (zu jeder Uhrzeit), im Schichtdienst arbeitest (auch am Wochenende, Feiertags usw.) und dass natürlich nicht alles schön ist an dem Beruf. Schließlich läuft ja nicht jede Geburt reibungslos oder du bist natürlich auch für die Begleitung von Totgeburten und Abtreibungen zuständig.
Wie gesagt, mach dich nicht verrückt sondern sammel einfach möglichst viele Erfahrungen, manchmal ergeben sich ja auch ungeahnte plötzliche Möglichkeiten
